12.Tag: Von Mallnitz nach Seeboden
Wir sind übern Berg!!
Und dann ging es rasant bergab!
Aber von Anfang an. Zunächst noch ein kleiner Nachtrag von der Frühstückspension "Anni". War ein bisschen seltsam in der Pension. Als wir ankamen, war niemand da, dann mussten wir eine Nummer anrufen. Dann wurde uns eine Nummer durchgegeben, mit der man ein Zahlenschloss aufmachen konnte. Mit dem Schlüssel im Kästchen kam man ins Zimmer. Niemand zu sehen. Doch dann in der Nacht begann der reinste Agatha Christie Krimi. Alle Zutaten für ein Gruseldrama waren gegeben. Ein gewaltiges Gewitter und heftigster Regen, der Bach vor dem Haus wurde immer lauter. Irgendwann in der Nacht bin ich von schrillen Zugsignalen in der Ferne. Was war da los? Kam der Zug nicht weiter? War das Tal blockiert? Dann begannen seltsame Geräusche unter uns. Da wurden schwere Gegenstände hin und her geschleift. Dann schlug eine Klappe, wieder Schleifgeräusche, so ging das die ganze Zeit. Bis ich wieder eingeschlafen bin. Am Morgen stellte sich heraus, dass wir gar nicht alleine in dem Haus gewesen waren. Es gab noch andere Gäste und die Schleifgeräusche kamen aus der Backstube unter uns. Die Vermieter haben nicht nur einige Pensionshäuser, die sie betreiben, sondern auch eine ansehnliche Bäckerei, mit Läden im ganzen Tal.
Der Bach war in der Nacht tatsächlich erheblich angestiegen. aber das Tal konnten wir problemlos verlassen und eine Leiche konnte ich auch nirgends finden, den Täter allerdings schon:
Von Mallnitz nach Obervellach ging es in Serpentinen so etwas von abwärts!! Hätte ein Genuss sein können,
Aber so mussten wir ziemlich aufpassen! War trotzdem toll!
In Obervellach kurzer Zwischenstopp - die 11:00 Uhr Banane fehlt noch. An der Kasse beim Spar: "Hier muaß´mr fei no selbr wiaga!" "Ach so, des han i et gwisst!" - Da mussten wir beide grinsen.
Als ich das Geld suche, stelle ich fest, dass ich den Zimmerschlüssel noch in der Tasche habe. Mist!
Aber zum Glück hat uns die Chefin beim Frühstück von ihren Filialen in anderen Ortschaften erzählt. Wir rufen an. "Kein Problem, fahrt´s ins Dorf zurück, und gebt den Schlüssel in der Bäckerei ab. Der "Ausfahrer" bringt ihn dann zurück!!" Glück gehabt. Hinter Obervellach weitet sich das Tal eigentlich schnell. doch der Radweg sucht ständig die Hänge. Da geht es auf und ab und es kommen schnell Höhenmeter zusammen.
Ok, ganz so weit hinauf mussten wir nicht. Die Burg Niederfalkenstein wäre bestimmt einen Besuch wert gewesen, - aber wie steht schon auf meinen T-Shirt: "Hüt net".
Aber auch so hat die Bergstrecke einiges zu bieten, - nein, das ist nicht der Weg!!
Aber irgendwann findet unser Radweg wieder den Fluss. das ist die Möll, die bei Möllbrücke dann in die Drau mündet. Bis Lerndorf läuft alles wie geschmiert, nette Flussradwege, eine super Raststelle für Radfahrer mit Selbstbedienung und Kässchen und Wechselgeld. Sehr nett, sehr sympathisch
Sogar mit Fußbad und Liegestühlen.
Doch dann! Da ich als guter Reiseplaner natürlich stets die Wünsche der Reisegesellschaft erfüllen möchte, habe ich Seeboden am Millstättersee als Etappenziel ausgesucht. Ungeachtet der Tatsache, dass dieser wunderschöne See ringsum von Bergen umgeben ist. Die letzten 5 km waren dann auch richtig knackig. Ob sich der Aufwand gelohnt hat, wird Euch nun Friederike erzählen.
(f)Ja klar, für's schwimmen lohnt doch jeder Umweg.
Ein herrlicher See, klar und tief und gar nicht kalt!
Und nach dem Baden haben wir noch eine feine Renke verzehrt, muss so etwas ähnliches wie unsere Felchen sein. Die Söhne werden jetzt vielleicht den Kopf schütteln, weil's vielleicht nicht stimmt? aber ganz ähnlich ausgesehen und geschmeckt wie Felchen hat dieser Renken auch.
Wir sind heute in einer alten, sympathischen Pension am Berghang untergekommen und der Wirt, so ein kerniger Kärntner, hat sich mit festem Handdruck und seinem Vornamen vorgestellt. "Heimo"- ich hab irgendwie Heino verstanden und mir nichts dabei gedacht. Aber der Manne gleich: "Ah, dann waren Ihre Eltern Freunde der Literatur?" Heimo zuckt mit den Achseln, Manne hakt nach: "Heimo* von Doderer, das ist doch ein ganz berühmter österreichischer Schriftsteller gewesen". Von dem hat unser Heimo noch nie gehört und ich auch nicht. Die beiden haben dann noch ein bisschen über Namen undso geplaudert, Heimo fand "Manfred" z.B. gar nicht altmodisch. Aber Heimos zweiter Name ist "Klaus" und das empfindet er schon als sehr deutsch. Was der Manne irgendwie nicht bestätigen wollte.
Ja nun, ich hab die beiden dann unterbrochen, weil ich ja mal endlich baden gehen wollte.
So schön ist's in Kärnten!
*Sorry, Heimo, habe gerade gegoogelt, der Dodero, Heimo hieß in Wirklichkeit Heimito! Aber! Heimito ist doch nur der kleine Heimo! Also passt´s scho!
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