36. Tag: Von Bremgarten nach Engen







TaradieHumpdiä!! TaradieHumpdiä!!
Ich habe es tatsächlich geschafft. Die Schleife ist zu, der Kringel ist geschlossen!
Etwas über 1750 Kilometer.
Und heute
103 das war Tour-Rekord.

Aber von Anfang an:

Heute Morgen, in Bremgarten. Vor dem Fenster eine graue Wand. Nebel. Dichter Nebel. Ist das jetzt schon der Herbst? Heute soll es doch noch einmal ein schöner Tag werden. Erst ab heute Abend kommt der Regen.
Keine Fotos. Ein tristes Frühstück in einer Bäckerei in der Marktstraße. Die Jungs von der städtischen Reinigung haben zu tun. Das Musikfest vom Vorabend hat Spuren hinterlassen. 
Ich weiß, ich kann nicht länger im Reusstal bleiben.
Aber,  dass es gleich so heftig über den Berg muss!
Endlose Serpentinen schrauben sich vom der Reuss den Talhang hinauf. Eine Serpentine nach der anderen durch Villen und Siedlungen. Der Nebel lädt sich langsam mit Sonne auf. Waschküchenradeln im Extrembereich. Irgendwann bin ich oben. Der Sommertag kann beginnen.
Es geht hinunter Richtung Zürich, das ich streifen werde. Dietikon  am Sonntag Morgen. Eine Vorstadt, die nicht aufwachen will.
Das interessanteste war der Reiher am Kraftwerk, doch der konnte sich auch nicht entscheiden, was er eigentlich will. Er stand einfach nur da.


Und seine künstlerische Umsetzung auf einem Fabriktor.


Na ja, vielleicht doch eher eine Kreuzung aus Schnabeltier und Emu.
Obwohl es ständig bergauf, bergab geht. Komme ich gut voran.
Hinter Dietikon kommt ein Gebiet, über das ich schon mehr als ein Dutzend Mal geflogen bin. Die Einflugschneise von Zürich Kloten. 
Der Perspektivwechsel ist wieder einmal sehr spannend.


Hier ist ein großes Naturschutzgebiet. Könnt Ihr den Flieger im Landeanflug neben dem Storch erkennen? Über das Schilfgebiet und die Glatt rauschen die Flugzeuge im 2 Minuten Takt. Man kann schon in den Radkasten schauen. 


Die Dörfer an der Glatt sind sehr beschaulich, vorausgesetzt man lässt das Hörgerät in der Nachttischschublade. Es ist schon der Hammer, wie man mit Menschen umgeht!!! Von den Störchen ganz zu schweigen.
Zu meiner Überraschung bin ich schon um 11:30 in Bülach, wo ich eigentlich meine vorletzten Reisetag beenden wollte. 
Aber was mache ich den Rest des Tages in Bülach!
Die andere Alternative wäre Eglisau. Aber da bin ich schon um 12:00.

Hinzu kommt, dass die Wetterberichte für Morgen durchgehend Regen vorhersagen. 
Ich habe so was von keine Lust, noch einmal einen Tag im Poncho zu verbringen. 
Die Alternative wäre, bis Engen durchfahren. Das sind allerdings noch einmal um die 50 km. 

Ich sehe vor der Brücke in Eglisau, das EuroVelo 6 Zeichen, der Radweg vom Schwarzen Meer an den Atlantik. Nach Spanien bin ich auf meiner ersten Reise auf der deutschen Seite gefahren. Wäre doch interessant,  Schweizer Strecke kennen zu lernen.


Und die ersten Kilometer sind auch sehr idyllisch und schön zu fahren. 


Und an diesem Rastplatz gibt sogar eine leckere Bratwurst! Dass dieser Flecken irgendwas mit "Teufel" heißt hätte mir eigentlich Warnung genug sein müssen. Kurz darauf ein Schild: "Auf diesem Weg müssen sie 100 Höhenmeter auf 4 km überwinden". 
Der Hammer! Nach den 250 Höhenmetern nach Bremgarten, nun die nächste Bergetappe!! 
Bei den Steigungen muss ich auch mal absteigen. 



Bis Rheinau ist die Strecke durchaus "anspruchsvoll". So langsam merke ich die Kilometer. Aber was mut das mut!!


Vor allem bis zum Rheinfall wird es zäh.
Dann der touristische Megaustau in Lauffen. Die Brücke oberhalb des Rheinfalls ist heute für Fahrräder besperrt.
Nö!! Ich muss da durch. Von Fahrrad schieben steht nirgendwo etwas. 
Die Alternative wäre nicht gut gewesen.
Und nach einem Kaffee in er Schaffhauser Altstadt sollte ich die restlichen 20 Kilometer doch schaffen!


Hier war auch Party am Wochenende - wie in Bremgarten!

Albert geht in Thayingen der Saft aus. Macht nichts! Albert, du warst mir auf dieser Reise eine große Hilfe!
Meine Flüssigkeitsreserven sind auch völlig aufgebraucht.
Da kommt mir dieses Schild, am Reiat-Bädli, gerade recht. Wie oft habe ich dieses Schild schon  gesehen? Heute war es die Rettung.


Die Stammgäste staunen. "Do hot einer Durscht ghät!" Die zwei Rivella waren weg wie nix.


Ob es die zwei Rivella waren oder dieses Schild, wie auch immer, die letzten Kilometer bin ich nur noch so geflogen.
Kurz vor Engen erwischt mich der Regen doch noch.


Aber ich habe es geschafft!


103 Kilometer
Das kann man schon mal machen.
Aber am Besten am letzten Tag!!!!


Seid mir nicht böse! Mein Fazit der Reise, muss bis Morgen warten. Es gab lecker Bier, ein gutes Essen! Und gleich:

MEIN BETT!


Schaut doch Morgen noch mal vorbei, dann werdet ihr mein Resümee einer tollen Reise lesen können.
Eine geruhsame Nacht, Euch! Ich werde sie sicher haben!!

Kommentare

  1. Herzlich willkommen zu Hause, lieber Manne, und natürlich auch schade, dass es jetzt wieder rum ist mit dem Mitfahren!

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