13.Tag: Von Seeboden nach Arnoldstein
die Karte
Heute war ein wunderschöner Flußradeltag, der Drauradweg ist spektakulär:
Aber zuerst mussten wir vom schönen Millstätter See wieder auf unseren Radweg kommen. Denn wir waren ja wegen Baden undso einen ziemlichen Umweg und einige Höhenmeter! gefahren.Wir mussten also wieder nach Spittal an der Drau, und dazu konnten wir, so erklärte uns Heimo, zwischen Pest und Cholera wählen. Hügelauf-und Hügelab mit toller Aussicht auf einer Mountainbikestrecke oder auf demRandstreifen einer vielbefahrenen Straße in einem sehr engen Taleinschnitt.
Wir sind den Randstreifen gefahren. Rechts der steile Fels, links die Straße mit Lastwagen, Autos, Lastwagen, Motorrädern, Autos, die alle auch nicht viel Platz hatten, denn auch von unten kam viel Verkehr. Unter unseren Rädern ca. 1 m Randstreifen und immer wieder Gullis denen man gerne ausgewichen wäre. Und wenn der Fels ein bisschen Überhang hatte, dann reduzierte sich der Platz fürs Fahren erheblich. Zum Glück ging's bergab. Volle Konzentration war gefragt, nicht zu schnell, nicht zu langsam, keinen Schlenker machen, nicht zu dicht auffahren, nicht zu großen Abstand lassen (sonst macht sich der Vordermann* Sorgen und muss sich umdrehen und das geht hier eigentlich gar nicht).
Aber dann wurde es gemütlich!
Hier hat sich ein sehr kreativer Schnitzer, Holzbearbeiter und Kruschtsammler ausgetobt, ein ganzer Hof stand voller seltsamer Tiere:
Und sogar einen Badeplatz haben wir gefunden, die Drau ist sehr sehr kalt, aber das mindert das Vergnügen nicht.
Am Badeplatz haben wir nette Leute kennengelernt: einen Kanu-Kapitän , der sich als Lebensretter für den Notfall anbot
Hier nimmt er schon ganz nonchalant die Bademeisterhaltung ein.
Eine Dame, die in Spittal wohnt, unterwegs mit dem E-Bike, die hier noch nie jemanden baden gesehen hat. Aber nächstes Mal wenn sie kommt, bringt sie auch ihr Badezeug mit. Und jetzt geht sie erstmal nach Hause in ihren Swimmingpool, der ist beheizt.
Eine Frau mit ihrem halbwüchsigen Sohn,- Slowenen?- die auch ganz beherzt ins Wasser sind, und schnell wieder raus.
Eine Familie aus Salzburg, die mit der ca 12 jährigen Tochter unterwegs war, das Mädel hätte ihr Fahrrad am liebsten ins Gebüsch geschmissen, hat dann aber die Stimmung am Platz grinsend beobachtet.
Und dann kam noch eine geführte Radtour vorbei, die Gruppe war lustig, die Reiseleitung etwas streng." Schön auf der rechten Seite halten!" Die "Jungs"clique am Ende hat das schon gar nicht mehr gehört
Ja, die Reiseleitung! Mit der gab es heute auch bei uns Streß. Schieben wir's mal auf einen Dritten: den Albert- unseren Navi-, der nämlich den Alpe-Adria-Radweg nicht mag und immer wieder versucht, auf eine alternative Route zu lenken. Manchmal ist sie etwas kürzer, sehr oft ist sie aber auf einer Straße.
Und heute hat unser geschätzter Reiseleiter die richtigen Schilder auf dem Radweg übersehen und ließ sich von Albert verführen, abzubiegen, weg von der Ciclovia. Und das wo die ganze Reisegruppe gewunken und gerufen hat, gefuchtelt und gezeigt...wir haben doch die Schilder gesehen. Aber das hat nicht genützt. Tja, so bleibt uns Villach in Erinnerung!
Und jetzt ich!
Ok, auch eine Reiseleitung kann mal einen schlechten Tag haben! Und Villach war nicht die Glanzleistung der bisherigen Reise.
Aber von Anfang an!
Nach der Horrorabfahrt haben wir in Spittal "mit ein bisschen gesunden Menschenverstand", das ist nach Karte, "Albert"- dem Navi, Einheimischen befragen, das 4.Element , das zuverlässig ans Ziel ans Ziel führt, auch schnell den Drau-Radweg, R1, gefunden. Gemütlich geht es dem Fluss entlang.
In der Nähe von Molzbichl ist der von Friederike schon beschriebene "private Vergnügungspark" . Ich bin hin und weg. Da hat jemand jahrelang bienenfleißig extrem sympathischen Kitsch produziert. Alles ist voll mit fantastischen Fleißarbeiten. Als wir ankommen, fährt der Meister gerade mit dem Elektrorollstuhl in den Hof. Cool, mit der einen Hand lenkend, in der andern eine frisch gezapfte Halbe vom Gasthof um die Ecke.
Das rote Hemd, das um die Ecke fährt ist der Schöpfer, bereit, frisch gestärkt, neue Marienkäfer zu schnitzen. Ihr müsst einfach entschuldigen, aber da müsst Ihr durch:
Von den tollen Schweinen war ja schon die Rede
Wirklich tausende von Schnitzereien sind auf dem Gelände verteilt.
Selbst ausgemusterte Autos sind in das Gesamtkunstwerk einbezogen.
Schade eigentlich, dass wir heute noch ein paar Kilometer vor den Reifen hatten, mit dem Meister von Molzbichl, hätte ich ganz gern mit einem Frühstücksbier angestoßen
Aber wie er schon ganz richtig meinte:
Ob mit oder ohne Bier!!
Ja, und dann kam die leidige Kugelfuhre durch Villach (Willach, wie der Willacher sagt). Aber wir sind trotz "Albert" auf den wunderschönen Radweg entlang der Gail gekommen.
Tschüss Drau! Ab jetzt geht es Richtung Italien hinauf in die Julischen Alpen. Dass wir praktisch an der Grenze zu Slowenien entlangfahren, merken wir gleich hinter Villach an der Ortsnamen "Dobrava", " Jurdanitsch" oder "Tschinowitsch". Der Radweg scheint schon hier auf der alten Bahntrasse zu verlaufen. Es geht sehr angenehm nach oben. 3,5 km vor unserem Ziel sehen wir eine Regenwand von rechts nach links durchs Bild ziehen. Das sieht nicht gut aus. Aber da wir eh nicht schneller den Berg hinaufkommen, hat sich der Regen schon wieder verzogen, als wir in Arnoldstein, in der Pension "Bella Italia" einlaufen.
Es ist ganz offensichtlich nicht mehr weit bis Italien. Die Leute in der Pension sind sehr entspannt, das Essen super. An einem Nebentisch wir italienisch diskutiert, man hört slowenisch und eine Art Kärntnerdeutsch, das man versteht, wenn man sich sehr konzentriert.
Nach dem Regen ist die Luft mild. Wir sitzen in der Sonne und haben das Gefühl, das Meer zu riechen!!
Das Ambiente ähnelt eher einem Supermarktparkplatz, aber die Stimmung ist sehr südlich!
Schaut Morgen vorbei, dann werdet Ihr erfahren, ob wir "über die Berge" nach Italien gekommen sind!!
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