15. Tag: Von Moggio Udine nach Udine





Der Fiume Fella hat ein sehr breites Flussbett, doch im Moment fließen hier nur verschiedene kleine Bäche, das Wasser sieht aber sehr frisch und klar aus. Wir sind noch so weit in den Bergen, dass im Winter Winterreifenpflicht ist, so steht es auf den Schildern.
Jetzt allerdings ist es sehr heiß!


Und mit unserem tollen Radweg durch Tunnel und über alte Eisenbahnbrücken ist nun eindeutig Schluß:



Die Ciclovia geht ein kurzes Stück auf der Straße aber dann wieder schön durch die Felder und an kleinen Flüssen entlang.
In Venzone beobachten wir eine seltsame Parkaktion in den engen Gassen


Aber auf dem Marktplatz klärt sich das Ganze, heute ist Oldtimertreffen:


Und damit auch die Damen ihren Spaß haben, dürfen sie sich schön anziehen, an einem Stand sogar frisieren und schminken lassen und dann vor den Autos Bella Figura machen.


Und am Abend findet die Prämierung der schönsten donna-macchina -Kombination statt


zum Schminken war leider keine Zeit!

Das Ritual der 11 Uhr Banane hat sich auch schon italienisiert:

Beim nächsten Stopp, es war eine Bank im Schatten eines großen Baumes, beobachten wir einen Mann, der in einem kleinen  Waldgestrüpp immer wieder "Beni, Beni, vieni qui", ruft, lockt und pfeift, ein Stück hineingeht, pfeift....
Kann ein Mensch mit einem Hund solch eine Geduld haben?
Nein, es ist sein Kakadu, den er immer wieder zu sich lockt, und der schließlich auch angeflatttert kommt. Oben im Baum sitzt er und kokettiert mit uns:


Manne hat bestimmt noch ein schöneres Bild von Beni


Und jetzt ich:

Die Geschichte mit "Benny"= Benito, nach Mussolini, so sein Besitzer ,war wirklich nett, hier ist Benny der Ausreißer,


Er ist  noch jung und der Besitzer hat ihn in Berlin gekauft. Und Ausreißer stimmt auch nicht ganz, denn er darf in der Gegend herumfliegen und kommt anscheinend immer zurück. Über 20 Papageien hat der Herr auf dem Bild oben. 

Das ist das Schöne am Radreisen. Die Geschichten am Wegesrand, die niemand erwartet hätte!

Aber von Anfang an:



Das war unser bike&bed Zimmer gestern Abend. Schick, oder? Doch leider war die Unterkunft mehr Schein!
In der Nacht zeigten sich die Macken- oder besser wurden die Macken hörbar. Die Zimmer im Motelstil waren unglaublich hellhörig. Und  die Nachbarn waren nicht die leisesten. Die Duschen, eine grausliche Fehlkonstruktion. Ebenerdiger Zugang, chic! Aber der Abfluss ging eher Richtung Schlafzimmer. Das Schlimmste jedoch war, dass man die  Eingangstür, auf dem Bild neben Friederike,nachts nicht auf lassen konnte -  wer will schon mit dem Bett halb auf der Straße stehen! Blieb also nur das Fenster im Bad. Bei Temperaturen über 20° in der Nacht fühlte sich das nicht gerade prickelnd an.
Dafür gab es Frühstück "ans Bett", d.h. ins Zimmer. Mit Nescafe - der mich den halben Morgen beschäftigt hat. Aber sonst war es richtig nett in Moggio!



Vom Oldtimer-Treffen in Venzone hat Friederike ja schon berichtet. Aber, dann muss man auch einen Oldtimer zeigen- Friederike!!!


Aber auch sonst ist Venzone sehr sehenswert. Der Dom aus dem 14.Jahrhundert hat noch Reste von schönen Fresken. Im Baptisterium ist unten ein Krypta. Dort kann man für einen Euro fünfzig,- am Drehkreuz einwerfen, 9 "Naturmumien" bestaunen. Kam mir ein bisschen geschmacklos vor, - das habe ich mir geschenkt.
Beeindruckend auch die Stadtmauer, die recht gut erhalten ist.


Das ist mein Italien! An jeder Ecke Geschichte ohne Ende!

 Nach der Mittagspause verlassen wir die Berge endgültig. 


Dafür tauchen wir in die Hitze der Ebene ein. Wobei Ebene heute nicht der richtige Ausdruck ist. Den Planer des Alpe-Adria-Radweges hat der italienische Wein offensichtlich zu gut geschmeckt!! Es ging kreuz und quer, und rauf und runter! Auf dem Landsträßchen nach Udine wären es noch 12 km gewesen, auf dem Alpe-Adria Radweg waren es doppelt so viel! Das hat selbst Friederike dazu bewogen, "Albert" zu glauben und auf der Straße zu bleiben. Aber die Bergstrecken waren bei Temperaturen um die 37°  seehr schweißtreibend. Hinzu kam, dass nach Ossopo keine Bar mehr auf hatte. Die Dörfer waren zwar schön geschmückt, Patronatsfeste, die aber in den Gärten privat gefeiert wurden. Langsam geht unser Flüssigkeitsvorrat zur Neige.
Und bis Udine sind es noch 9 km. Da kommt wieder ein Ciclo-Via-Schild! Wir geben dem Alpe-Adria-Weg noch eine Chance - und Schwupp! Sind es wieder 12 km! Und es geht wieder bergauf!

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Hier eine der vielen Bergankünfte! Friederike hat sich heute mindestens 3 rote Punkte verdient!!

Also wieder "Albert" und Straße. Geht eigentlich ganz gut an einem Sonntag, an dem um 14:00 der Italiener nach dem Mittagessen ein Schläfchen hält. 
Eines hat "Albert", das Rad-Navi, bisher auf allen Reisen bewiesen. Wenn es darum geht, die hässlichste Einfahrt in Städte zu finden, durch Industriebrache und  hinter Gleisanlagen, dann ist Albert einsame Spitze. 
Dann zeigen die Schilder Udine, Zentrum, 1,2 km! Endlich eine Bar, die geöffnet hat. Egal, wie weit es noch bis zum Hotel ist, jetzt muss der Flüssigkeitstank gefüllt werden. 

Das Hotel, war mehr oder weniger um die Ecke.

Nachdem wir uns im klimatisierten Hotelzimmer heruntergekühlt haben, machen wir uns auf die Innenstadt zu erkunden. In den Straßen steht die Hitze. Die Straßen sind zunächst wie ausgestorben.

Dann an der Piazza della Liberta wird es touristischer.

Dass Udine im 15.Jahrhundert an Venedig fiel, ist hier unschwer zu erkennen! Aber was hat Udine mit dem Kloster Andechs zu tun?


Berthold von Andechs hat 1223 dem Flecken Udine, das Marktrecht gewährt.

 Das Castello hat mich nicht sonderlich beeindruckt, mag auch daran liegen, dass es noch einmal bergauf ging! 

Am besten hat mir die Piazza San Giacomo gefallen. Auch wenn er, wie der größte Teil der Innenstadt eine große Baustelle ist.


Unseren Mittouristen scheint es auch gefallen zu haben!!



Im 16. Jahrhundert wird Udine durch ein Erdbeben stark zerstört.

Vielleicht ist das der Grund, warum in den Hallen des Rathauses ein öffentlicher Seismograph steht.


Wie geht es Morgen weiter?


Dem Alpe-Adria-Weg kann man nicht mehr so recht trauen, findet der weiße Gentleman im Hintergrund auch.Bis Venedig sind es noch 2 Tage. Da werden wir uns wohl auf "Albert" verlassen müssen.

Seid uns gewogen!! Bis Morgen!!


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