16.Tag: Von Udine bis Latisana



die Karte





Als Friederike heute gegen Ende der heutigen Etappe feststellt, dass wir nur 18 km von Bibione entfernt sind, d.h. vom Meer, gab es

Rebellion im Peleton

Das geht gar nicht!! Wir fahren ans Meer!

Und in der Tat. "Ferien auf dem Bauernhof"-Unterkünfte sind eher fad! Diese zumindest. Sie haben nichts zu bieten. Nicht mal etwas zu trinken! Und bis ins Dorf ist es ein ganzes Stück zurück.

Aber von Anfang an:


Der Udinenser ist kein Frühaufsteher. Um 7:00 herrscht friedliche Stille. Ungewöhnlich für eine Stadt in der Größe. Ungewöhnlich auch, das die Crew schon im 7:15 auf dem Weg in den Frühstückssaal ist. Aber Friederike, die sonst um jede morgendliche Minute Schlaf kämpft, ist heute ohne zu Murren bereit, etwas früher auf  das Rad zu steigen, wohl wissend dass es heute wieder heiß werden würde.

Und es wurde heiß!!


Da der Alpe-Adria-Radweg bis Grado geht, was mit unseren Plänen überhaupt nicht kompatibel ist, müssen wir uns heute auf  "Albert" verlassen. Auf den ersten Kilometern sieht es überhaupt nicht gut aus. Dabei hatte ich doch bei der Planung einen Weg gesehen, der sich den ganz Tag an einen Flussverlauf hält. Die Ausfahrtsstraßen sind brechend voll. Unangenehm. Da zeigt das Display einen Radweg rechts von uns. Also umdrehen und rein in den Vorort. Nach einigen Unsicherheiten, finden wir tatsächlich einen Weg, der sich fahren lässt. Das Bächlein ist noch nicht der Tagliamento, aber trotzdem wunderschön. Dunkelblaue Libellen, Schmetterlinge, ab und zu auch ein paar Bäume.


Die Dörfer sind wie ausgestorben.



Friederike zeigt hier stolz ihr rechtes Bein, das genau an dieser Stelle 900 km erstrampelt hat (oder hat ein Bein nur den Anspruch auf 450 km?).


So idyllisch der heutige Weg auch war - Albert hat sich wirklich angestrengt. So enervierend war die Hitze. Ob ich mir die Poebene wirklich antun soll? Das geht mir die letzten beiden Tage immer wieder durch den Kopf.

So Friederike, jetzt bist du dran.

(f)  Die Zikaden waren schon um 8 Uhr am zirpen, (oder wie immer man dieses nervige Geräusch nennt) und da weiß man, dass es dann einen sehr heißen Tag gibt. Von 26 Grad beim Losfahren ist das Thermometer im Laufe der Stunden auf 38,8 geklettert. Die  Strecke war ganz okay, aber in dieser italienischen Ebene gibt es einfach überhaupt keinen Schatten. Keinen Wald, keine Allee, keine großen Bäume auf der Wiese An einer Stelle war plötzlich ein Hinweis auf Überschwemmung der Straße und tatsächlich, in einer Unterführung stand das Wasser so tief, dass unsere Schuhe nass geworden sind beim Durchfahren. Ich will lieber nicht wissen, woher dieses Wasser kam, brrr.
Heute sind wir in einer Unterkunft außerhalb, ein Agriturismo, und ich habe mir beim heranfahren erträumt, dass die vielleicht einen kleinen Pool haben , so wie in Villa Lía bei Frieder und Laura, dass sie uns nett begrüßen-...aber nichts war's. Weder einen netten Empfang noch ein Glas Wasser auf dem Zimmer.
Die Gastgeberin setzt hauptsächlich ihre Kinder ein, um mit den Gästen zu kommunizieren.
Der Junge, ein ca. 15 Jähriger sitzt im Frühstücksraum, spielt ein Kriegs-und Abmetzelspiel und unterhält sich online mit seinen Kumpels. Und wenn man mit der Bitte um eine Karaffe Wasser kommt, dann ruft er seine kleine Schwester.
Dafür haben wir herrlich gespeist in einer vornehmen Locanda, wo es keine Speisekarte gibt und der Wirt persönlich eine Empfehlung ausspricht.



Sehr sehr lecker, auch sehr nett und freundlich und doch ein bisschen affig. Und dann geht Manne auf Konfrontation und merkt an, dass er sein Bier nicht gerne aus einem Weinglas trinkt. Der Chef lacht, klopft ihm auf die Schulter, "ja wir sind doch in einem Weinland", und "scusi, wir haben keine Biergläser" und "die Alternative wäre aus der Flasche trinken". Aber nach kurzer Zeit kommt er mit einem Bierglas, das habe er jetzt bei seiner Nonna geholt. Und das glauben wir wirklich.
Morgen werden wir ein Stück mit dem Zug fahren, wir sind hier direkt an der Zugstrecke Triest-Venezia, Zugtickets bis San Doná di Jesolo haben wir gerade gekauft.
Dann radeln wir noch bis zum Lido di Jesolo und danach geht's mit dem Vapotetto nach Venezia.

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