19.Tag: 2.Tag in der Biennale
Auch der Besuch der Arsenale hat sich gelohnt.
Manch ein Künstler, der gestern im Länderpavillon zu sehen war, hat in den Arsenale eine weitere Ausstellung, z.B. Michael Armitage aus Kenia, gestern in Giardini:
Manch ein Künstler, der gestern im Länderpavillon zu sehen war, hat in den Arsenale eine weitere Ausstellung, z.B. Michael Armitage aus Kenia, gestern in Giardini:
heute in den Arsenale
Witzig war es auf den Philippinen: man konnte über virtuelle Abgründe balancieren
Sehr schön auch der chinesische Pavillon:
Und sehr berührt hat mich dieser Raum der 100 Gedichte. Die Menschen, die diese Gedichte geschrieben haben, wurden verfolgt und sassen für ihre Werke im Gefängnis. Hier sind die Gedichte aufgeschrieben/aufgespießt und werden über die Lautsprecher vorgelesen. Immer wieder gibt es auch Gesänge und man steht mitten im Chor der Stimmen, als wenn direkt daneben ein Sänger summt oder singt.
Die Künstlerin ist aus Indien, Shilpa Gupta.
Auch der Beitrag einer Künstlerin aus Saudi Arabien war sehr beeindruckend: Zahrah Al-Ghamdi "After Illusion", 50.000 handgemachte Leder "Kalebassen", die wie zu einem Korallenriff zusammengewachsen sind, abbröckeln, knistern, lebendig scheinen.
Viel Interessantes, aber auch viel Effekthascherei, Gruselelemente, Düsteres, schrille Geräusche.
Und dann noch ein besonderer Moment des Tages:
Manne geht ins Wasser
So richtig begeistert ist er nicht, es ist ihm zu warm!!!!!
Jetzt bin ich dran:
Es ist spät geworden. Schließlich ist das unser letzter gemeinsamer Abend auf dieser Reise in Venedig.
Schön Essen, noch einen Cocktail (für Friederike), Sonnenuntergang fiel heute, wegen "Candlelight Dinner" aus.
Ja ,ich war im Wasser. Die Dusche im Hotel liefert nicht so warmes Wasser wie das Meer.
Aber es war ganz praktisch, dass wir den Lido schon mal mit dem Bus abgefahren sind, denn die Informationen, die ich für meine Weiterfahrt - auf den Inseln - erhalten habe, waren so wirr und widersprüchlich, dass ich mir schon mal ein Bild machen konnte, als wir ans untere Ende des Lido gefahren sind. Zu den "tollsten Stränden", laut unserer Rezeption.
OOkkey! Mir kamen sie nicht viel anders vor, als auf unserer Höhe. Endlos Badehütten, Duschen nur mit Chip, Badepolizei, die den "Unbefugten" das Liegen auf Handtüchern "untersagen". - Mit Tourismus Geld verdienen ist eine Sache. Aber Freude an der "kleinen Macht", dem Genuss "wichtig zu sein" - creepy, unangenehm! Und wir ziehen jetzt keine falschen Schlüsse in Richtung allgemeine politische Lage in Italien!!!!
Meine Hitparade deckt sich zum großen Teil mit der von Friederike - auch wenn ich sagen muss, dass Italien, Ungarn und China sich darin gleich waren, dass sie jeglich Aussage zum Zeitgeschehen eskamotiert haben. OK, man hat dieser Biennale vorgeworfen, dass sie zu politisch sei, aber schöne Deko ist auch eine Aussage, die man politisch deuten kann.
Ganz anders dagegen, zu meiner Überraschung, Russland, davon war ja schon gestern die Rede, Venezuela
u n d die Türkei
eine großartige Installation mit erschreckend präzisen Videos, Bilder, Zeichnungen Skulpturen.
Da steckt ganz viel Wut und Kritik in den Werken!! Ich bin sehr beeindruckt.
Das kleine Luxemburg zeigt eine ganz großartige, poetisch verstörende Installation von Marco Godinho, eine große Rampe voll nass gewordener Hefte!
Da kommt bei mir mehr an, als das missglückte Ausschlachten von Not, in dem man ein gekentertes Flüchtlingsschiff 1:1 zum "Kunstobjekt" erklärt - oder auch nicht erklärt, aber in die Kunstlandschaft einfügt.
Das ist auch verstörend, aber für mich eher deshalb, weil sich ein Künstler auf diesem Wege proflieren will/muss!
OK! Genug der Kunstkritik!
Morgen fährt Friederike mit dem Zug zurück nach Engen!
Ich werde sie an den Bahnhof bringen und dann am Samstag weiterfahren. Wie schon gesagt, der Plan ist, über den Lido, und andere Inseln mit 2x Fähre Richtung Pomündung zu fahren. Ob das klappt, das werdet Ihr erfahren.
Wie ich mit der Hitze auf dem Rad klar komme auch! Das wird spannend!
Bleibt uns gewogen, bis Morgen!
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