6.Tag: Von München nach Dorfen
Gemütlich Frühstücken mit Valentin - ein schöner Start in den Tag! Die Sonne scheint! Noch! Gewitter sind angesagt.
Das Radnetz und die Beschilderung in München, und bisher auch in ganz Bayern, tipptopp, Wir finden ohne Probleme aus der Stadt.
Die Vororte sind relativ arm an städtebaulichen Highlights. Lediglich der Eingang zum alten Nordfriedhof ist mir aufgefallen. Die "Sphinx" am Eingang sieht ziemlich neu aus, - ist sie auch. Sie wurden erst 2018 rekonstruiert und wieder aufgestellt. Anscheinend war dafür ausschlaggebend, dass Thomas Mann sie in "Tod in Venedig" beschrieben hat.
Irgendwie finde ich ihn ein wenig lächerlich, dieser pathetische Gockel mit Löwenkörper, der einen Grabstein hält und eine "Münze" auf dem Kopf balanciert.
In der TZ stand letztes Jahr:
Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis nach dem Zweiten Weltkrieg standen die zwei von Hans Grässel geschaffenen Granitfiguren vor der Aussegnungshalle. Dann verschwanden sie - so die heute offizielle Formulierung.
Ob zerstört, verkauft, heimlich abgebaut - nichts Genaues weiß man nicht. Und nun kehrt zunächst eine Sphinx zurück..."
"dann verschwanden sie...", nett formuliert. Hallo? Wie können mehrere Tonnen schwere Skulpturen "verschwinden". Die Süddeutsche vermutete, dass sie nach Landsberg "verschwunden" seien. Gab es da Städtefeindschaften? Ich finde die Geschichte richtig kurios.
Lieber Thomas M., wenn das "Apokalyptische Tiere" sind, dann ist mir vor der Apokalypse schon etwas weniger bang!
Dann kreuzen wir die Isar. Bis hierher reichen die Ausläufer des Englischen Gartens, bis hierher kann man aus dem Zentrum Münchens praktisch im Grünen wandern.
Heute haben wir genialen Rückenwind, wir fliegen nur so dahin. Aber hinter uns verfolgen uns die bleigrauen Wolken. In Erding, machen wir Mittagspause, da holen uns die Wolken ein, es fängt wieder an zu regnen, zuerst nur leichtes Nieseln. Unser Pausenplatz wird zu feucht.
Als wir aus Erding rausfahren, wird der Regen stärker, der Wind nimmt zu, das Gewitter ist da.
Wo unterstellen?
Da kommt das Erdinger Freilichtmuseum genau richtig.
In der großen Scheune ist "Bauernmarkt" - da warten wir gemütlich ab, wohin das Gewitter sich wendet. Nach einer halben Stunde regnet es kaum noch. Trotzdem "rüsten" wir regentechnisch auf:
Regenhose und Galoschen. Doch bei den anstehenden Bergstrecken werden wir die Regensachen schnell wieder los.
Gegen 15:30 kommen wir in Dorfen an. Schönes Städtchen, 3 von 4 Stadttoren sind noch erhalten, bzw. im 20. Jh. wieder nachgebaut worden. Der Kirchturm auf dem Bild ist tatsächlich schief und wirkt nicht nur so.
Wie geht es weiter? Mit SeenBergeMeerundFluß?
Dazu die nächste Skizze:
So nun kommt Friederikes Version des Tages:
(f) Vorbeizufahren an einem wunderbaren Badeplatz, dem Speichersee kurz vor Erding, wegen drohender Gewitterwolken, das war hart. Aber sonst gibt's nichts zu meckern an diesem Tag. Es war ein gemütliches aus München Rausradeln und die ersten 15 km musste ich nicht mal schalten, der mittlere Gang war immer passend. Aber ich hab mich auch gar nicht eingemischt, mit Vorschlägen, Alternativrouten und Wünschen, oje...was soll das für die weitere Reise bedeuten?
Für heute gibt's jedenfalls ein großes Lob für die Reiseleitung!
Hier voll in Aktion, die kanadischen Ahornblätter weisen mir den Weg:
Durch das Stadttor in Erding:
mitten auf dem Platz einen cleveren Italiener, der seinen Eiskiosk mithilfe eines Pizzaschnelldienstes zum italienischen Restaurant macht. Da saßen wir lange in der Abendsonne und haben dem Hin-und Her der Dorfener zugeschaut.
Im Kulturhaus ist Kabarett "Rampensäue". Unsere Wirtin hätte uns gerne noch Karten besorgt und ist selbst schon am frühen Abend losgegangen. Es sind viele Leute unterwegs, unter unserem Fenster ist echt noch was los, eine Hochzeitsgesellschaft, die am Freitag anreist um morgen zu feiern. Großes Hallo immer wieder, unten im Restaurant. Das"Wailtl" ist ein sehr altes Haus in der Stadtmauer, schön renoviert, mit ausgewählten Möbeln und einigen witzigen Bildern im Flur:
Es ist fast nicht zu glauben, dass wir nun schon 6 Tage unterwegs sind, also schon mehr als ein Drittel der Strecke geschafft haben. Es fühlt sich noch so nahe an Zuhause an,... hey wir sind auf dem Weg nach Venedig und sind immer noch in Bayern.
Aber wir arbeiten uns voran: Venezia wir kommen!

Ihr Lieben, schön, euch virtuell zu begleiten!!Wiebke
AntwortenLöschenFreut uns!
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