7.Tag: Von Dorfen nach Mehring


"A herzlichs Griaß Gott", 
so werden wir an manchem Ortseingangsschild begrüßt, je kleiner das Dorf desto herzlicher die Begrüßung.

Es war ein Regentag, gleich nach dem Losfahren kam der erste Regenguss, 


und so ging's den ganzen Tag weiter. Aber wir haben immer ein gutes Plätzchen zum Unterstehen gefunden und wenn das Schlimmste durch war, sind wir eben im Regen gefahren.
Elf Uhr Banane bei Schloß Schwindegg:



Das Problem war heute eher, dass es ein Tag der Autobahnzubringer war und der Baustellen.
Wenn's der Autofahrer eilig hat zur Autobahn zu kommen und wenn er eh schon einen Umweg fahren muss wegen einer Baustelle, dann sind die Fahrradfahrer nur lästig. Manch einer rast mit Höchstggeschwindigkeit dicht vorbei, mancher überholt, wenn grad Gegenverkehr kommt, ...nicht schön! Dann gibt's auch die anderen, die brav hinter uns bleiben, oder so weit ausweichen, dass sie fast im gegenüberliegenden Straßengraben landen. Dankeschön Ihr Rücksichtsvollen!

Und da war ein Aufstand der Reisegruppe gegen den Reiseleiter einfach nicht zu vermeiden.
"Wir biegen jetzt ab und fahren kleine Sträßchen, auch wenn's weiter ist" ist die Parole, dann eine lange Diskussion, "Lebensgefahr, Todesangst" ist ein sehr gutes Argument und überzeugt...
Und so biegt die ganze Gruppe bei der nächsten kleinen Straße ab. 
..tja und so ist es ausgegangen:

Also gut, dann halt wieder zurück und weiter auf dieser fiesen Straße.
Es gab auch mal Radwege, und schöne Strecken auf kleinen Sträßchen, vorbei an saftigen Wiesen wo die Störche einfach nur dastehen und den Schnabel in ihr Essen stecken konnten.
Aber dann auch bald wieder Baustellen, in die wir inzwischen voller Hoffnung reinfahren. Die Umleitungen sind für die Autofahrer:


Und  hier ist der wunderschöne Inn, den wir bei Neuötting überqueren.


In Neuötting trifft uns dann diese schwarze Wolke und wir schaffen es gerade noch in die Kirche. Während Manne fotografiert und rein-und rausläuft um nach dem Regen zu schauen, sitze ich auf einer Kirchenbank, summe "Meerstern ich dich grüße..."- sehr schöne Akustik! und mache dann ein kleines Nickerchen. Das verlernt man offensichtlich nicht.
"Pfiat's Gott banand"

Und jetzt bin ich dran:


Da haben wir wohl gestern tatsächlich was verpasst! Die "Rampensäue" waren gestern Abend in Dorfen, im Kulturzentrum:
Carmela de Feo (italienisches Ruhrgebiet)
Werner Koczwara (badenwürttembergisches Schwaben)
Niko Formanek (hamburgisches Österreich)
Alfred Mittermeier (südwestliches Dorfen / vo do)
(Auszug aus der Veranstaltungsbroschüre)

Aber immerhin haben wir den Werner und den Niko im Hotel getroffen; den Werner gestern Abend vor dem Auftritt, und den Niko  heute Morgen beim Frühstück. Der Alfred  ist der Bruder vom Michael Mittermeier und die Mittermeier Brüder sind aus Dorfen! Wieder etwas dazu gelernt. Und deshalb ist Dorfen so etwas wie ein kleiner Kabarett-Nabel (?) der bayrischen Welt. Der Niko war  auch am Frühstückstisch noch lustig. Und hat ganz nebenbei dem Nebentisch erklärt, dass seine Frau nicht sehr amüsiert war, als er Szenen ihres Ehelebens comedymäßig verwurstet hat. Aber dann war es "schon ok!", denn schließlich erkennt das Publikum sich ja in diesen "Szenen einer Ehe" wieder! 
Der Niko fährt jetzt von Dorfen gleich nach Norden und wird dann auf einem Kreuzfahrtschiff bis Grönland lustig sein. 
Warum der Niko mit einer ganz offensichtlich sündhaft teuren  Kamera, das Frühstücksbuffet gefilmt hat, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht wird da einmal was Lustiges daraus.
Ich bin eigentlich doch nicht wirklich traurig, dass wir die Rampensäue gestern nicht gesehen haben.



Ja, Friederike hat es schon angedeutet, es kam heute darauf an die Lücke zwischen den Regenschauern zu finden. Mal haben wir uns untergestellt.


Mal haben wir im Stehen Mittagspause gemacht.



Mal haben wir uns mit fetten Schokokuchen getröstet.
Und irgendwann hörte der Regen dann wieder auf.





Neuötting. Nicht mehr weit bis Mehring, unserem heutigen Etappenziel.
Das Hotel Schwarz ist ganz offensichtlich der bayrischen Küche wegen bekannt. 4 Weißwürste für besonders gute bayrische Küche. Die Karte ist vielversprechend und bringt mich in Schwierigkeiten. Schweinebraten vom Kastler Strohschwein, hausgemachte Tellersülze mit Bratkartoffeln, Milzwürstel mit Kraut,  oh Mann, was nehme ich nur!!
Friederike nimmt Semmelknödel mit frischen Pfifferlingen. Nach einigem Zögern entscheide ich mich für das Kastler Strohschwein.
Keine schlechte Entscheidung, wirklich leckerer Schweinebraten, aber die Semmelknödel??? Soll das die Nouvelle Cuisine Bavière sein? Wenn ich ein Soufflée will, dann bestell ich eins! Was war so schlecht an den guten alten Semmelknödeln? Aber der Marillenbrand hat alles rausgerissen. Ich bin für Morgen gut gerüstet.
Wir sehen uns!!

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