8.Tag: Von Mehring nach Salzburg


die Karte


Im Hotel in Mehring, war uns schon klar, hier in der Gegend wird das Mittelalter zelebriert. Männer im groben Hemd, gehalten von einem breiten Gürtel, der knapp unter dem noch breiteren Äquator verläuft, Frauen im grünen Rock mit weißem Mieder, und Fachleuten, die am Frühstückstisch über die fachmännische Bestückung von Vorderladern referieren. Da muss hier in der Gegend ein großes Fest stattfinden. Und welcher Schauplatz könnte da angemessener sein, als Burghausen, der wahrscheinlich  längsten Burg der Welt (nicht zu verwechseln Duplo!)



Die Burganlage ist wirklich beeindruckend, wir bleiben aber auf der anderen Seite der Salzach. Unsere heutige Strecke wird deutlich über 60 km, da wollen wir uns eine Bergankunft mehr gerne ersparen, zumal


auf unserer Seite eine geniale Bahntrasse als Radweg umfunktioniert worden ist. Für gemütliches Höhenmeter gewinnen, gibt es keine besseren Strecken. Oben angekommen,


in Maria Berg, fängt es zu regnen an. Wir stellen uns unter. Da kommt Franz vorbei, frägt, wohin wir wollen und rät uns nicht weiter die Bergroute zu nehmen, sondern lieber runter an die Salzach zu fahren, um dort den Uferweg zu nehmen. 
"Ach, wisst´s was, ich fahr mit Euch runter!" Ohne Franz hätten wir den Weg nie gefunden, und noch weniger hätten wir es gewagt in den grünen Dschungel, der Uferau einzutauchen!!



Ich nehme an, Friederike hat noch ein Bild von Franz!! Auch wenn die nächsten 1 1/2 Stunden bis Tittmoning die abenteuerlichsten unserer bisherigen Reise waren, sind wir Franz dennoch dankbar, dass er uns den Weg gezeigt hat.

Wir hätten es ja ahnen können, Franz war mit einem Mountainbike unterwegs, da freut man sich schon mal über schmale, gewundene Pfade über glitschiges Wurzelwerk und durch kleine Bäche, wir sind da als Tourenfahrer schon etwas weniger "gelenkig"



Und dann noch die Rampe, die Herausforderung des Tages, ein Mountainbiker rutscht da einfach drüber, aber heute ist alles rutschig, schmierig, glatt


Da rutscht einem schon auf ebener Strecke ständig das Hinterrad weg. 
Dann fängt es an zu regnen, die Schnaken sind hungrig, die Pfade gehen durch Brennnesselwälder. Jetzt hilft nur noch eins, volle Montur! 
Die Strecke bis Tittmoning hat Zeit gekostet, war aber das Abenteuer wert. Kaum sind wir aus dem Dschungel heraus. Wird der Regen heftig.

Wir kreuzen die Salzach und fahren in Österreich ein.


So kenne ich mein Österreich!! Regen! Doch dieses mal kein Schnürlregen, das war auch nicht mehr "ergiebiger Landregen", das war sehr heftiger Regen - und nicht mal so eine kurze Plaue, nein es regnete und regnete!!


Aber was man den Österreichern lassen muss, die Radwege sind genial, immer der Salzach entlang, gut ausgeschildert und  ohne unnötige Steigungen.


In Oberndorf hört der Regen langsam auf. Die "Stille Nacht Kapelle" "besichtigen" wir vom Radweg aus, und der "Stille Nacht Souvenir Shop" hatte zum Glück zu!



Ja, das ist das Kirchlein, in dem "Stille Nacht..." zum ersten Mal gespielt worden ist.
Die Eisdiele an der Salzach, mit einem Tisch in der Sonne, ist viel attraktiver. Hier können wir unsere nassen Sachen wenigstens ein bisschen trocknen lassen.



Und dann kommt der Moment, auf den Friederike seit Tagen gewartet hat. Wir sehen die Berge!!!
Die letzten 10 km nach Salzburg sind ein kleines Rennen gegen die nächste Regenwand, -
die wir gewinnen. Wir kommen trocken in unserer Unterkunft an und können sogar noch gemütlich bei "fast" Sonnenschein auf Sightseeingtour gehen



Aber Friederike soll auch noch etwas zu erzählen haben.
Friederike, übernehmen bitte!!

(f) also gut: das ist der Franz:


Danke Franz, dieser Tipp war wirklich klasse!
Und  Valle, das wäre eine Strecke ganz nach deinem Geschmack gewesen. 

Aber auch dieses Foto ist sehr wichtig: 450 km sind gefahren! Etwa die Hälfte der Strecke, die ich mitfahren "darf".
Und wo bitte sind die Berge? sind wir überhaupt auf dem Weg nach Venedig? Und wenn nein, wohin denn dann?



Der Regen spült diese essentiellen Fragen erstmal weg:



Nach dem großen Regen kam die Sonne wieder heraus, es gab ein paar Badestellen, aber irgendwie hatte ich heute schon genug Wasser.




In Salzburg haben wir einen gemütlichen Abendspaziergang  gemacht und einige Sehenswürdigkeiten - von außen- abgeklappert. Die Stadt war proppenvoll mit Touristen aus allen Herren Länder und  die wunderschönen Häuser der Altstadt sind inzwischen -wie überall- belegt von Mac Donald, Zara, H&M und wie sie alle heißen. In Mozarts Geburtshaus ist ein "Spar- geschäft eingezogen.
Hier ein Knopfgeschäft, das mit 250 Geschäftsjahren wirbt. War leider geschlossen, sonst hätte ich mir gerne ein paar schöne Knöpfe gekauft.


Auf die Burg sind wir nicht hochgelaufen, unsere Oberschenkel möchten ein bisschen Ruhe haben. Schließlich kommen jetzt die Berge, man sieht sie schon!


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog