9.Tag: Von Salzburg bis Hallein
Unsere Unterkunft in Salzburg war ein ehemaliges Wohnheim für Berufsschüler und ist jetzt eine Art Jugendherberge- Preisniveau wie ein gutbürgerliches Hotel-, mit entsprechend strengem Regiment: selber Betten beziehen, Handtücher nur gegen Kaution und einer Lautsprecheranlage auf den Zimmern, die ab 9 Uhr morgens ein echt nerviges Wecken veranstaltete, auf englisch und auf deutsch. Auszug bis 9.30 Uhr, Bettwäsche bei der Rezeption abgeben usw.
Aber so waren wir schön früh dran, um noch ein bisschen die Stadt zu erkunden.
Die Salzburg hoch oben am Berg haben wir mit dem Funikular erklommen, es war noch gar nicht viel los.
Hier sieht man wo wir hergekommen sind:
Und hier sieht man die Salzach in großem Bogen, das ist nun der Radweg Alpe-Adria:
Innenansichten von der Burg wird euch noch der Manne zeigen.
Und dann ging's weiter, ganz gemütlich an der Salzach entlang, herrlicher Sonnenschein, ein guter ausgeschilderter Radweg, und nur eine kurze Strecke -ein sogenannter Ruhetag.
Das ist die Königseeach, kommt direkt aus dem Bergen vom Königsee:
Und jetzt kommt ein richtig großes Lob an die Reiseleitung:
10 Punkte für Timing und individuelle Gestaltung dieses Streckenabschnitts. Ist ja nicht so einfach die Bedürfnisse aller Teilnehmer*innen zu berücksichtigen, das weiß ich schon.
Genau in dem Moment, in dem ich dachte, dass jetzt ein Bad nicht schlecht wäre, kam der Waldsee:
Eine nette ältere Dame, die hier schon schwimmen gelernt hat, kommt immer noch oft hierher, eher zum ein Bierchen trinken als zum baden und sie erzählt mir alles: dass der See zum Schloß Anif gehört, dass der Adel heutzutage auch schauen muss wo er bleibt, dass das Wasser Trinkwasserqualität hat, dass man auch in der Königseeach baden kann, aber nicht in der Salzach...und dass heute noch niemand im Wasser war, es hat sicher nicht mehr als 15 oder 16 Grad. Sie sitze immerhin schon seit neun Uhr hier, jetzt war es Mittag.
Und natürlich bin ich rein, es war sehr sehr kalt, und ein paar Meter geschwommen, aber nicht mal zur Badeinsel habe ich es geschafft.
Es war herrlich!
Dann weiterradeln nach Hallein, das ein wirklich nettes Städtchen ist.
Gute Nacht euch, wo immer ihr seid!
Und jetzt ich:
Salzburg ist voll. Wie bei jedem touristischen Hotspot weiß man das es viel interessantes zu sehen gibt, aber angesichts der Massen, will man am liebsten gleichzeitig so schnell wie möglich wieder raus.
Aber zwischen Mozartkugeln und McDonalds
und Fiaker
gibt es im ganzen Trubel auch noch die stillen Ecken und viel Interessantes zu entdecken
Im Mirabellgarten z.B. waren nicht die Massen. Das Skulpturenprogramm ist recht skuril, gerne hätte ich gewusst, warum ein Fürstbischof seiner Angebeteten ein solches Geschenk gemacht hat und dann den Garten mit sexueller Gewalt vollgestellt hat. Und dann scheint es den gewaltsam entführten Damen auch noch Spaß zu machen.
Oder warum grinst die Dame so fröhlich? Hat der Wolf Dietrich seiner Salome etwas "durch die Blume" sagen wollen?
Heute Morgen, Friederike hat es schon erzählt, mussten wir "früh" aus der Jugendherberge, was den Vorteil hatte, dass wir noch die "early bird" Tarife bekamen, die Stadt noch nicht so richtig in die Gänge gekommen ist, und die Festung noch nicht überrannt wurde.
Die Straßenmusiker stimmen noch ihre Instrumente.
Auf der Jedermann Bühne wird noch gebaut, Samstag soll es losgehen.
Auf der Jedermann Bühne wird noch gebaut, Samstag soll es losgehen.
Auf der Festung, haben Musikpädagogen einen guten Job gemacht. Multimedia vom Feinsten. Aber es sind dann doch für mich eher die Kleinigkeiten am Rande, die mich immer wieder begeistern.
Krokodile, aus exotischen Ländern.
Oder, lieber Herr Schmidt, wie kommt das Radieschen in ein herrschaftliches Wappen?
Gegen 12:00 wird es dann doch ziemlich voll in der Stadt, da verdrehen sogar die Putti die Augen
Mit den Klängen der Glocken, die unser Wolf Dietrich (siehe oben) aus Antwerpen besorgt hat, fahren wir aus Salzburg hinaus Richtung Hallein.
Und ja, Friederike war tatsächlich im "eiskalten" See. Hier der Beweis:
Hallein hat sich wirklich gelohnt. Besonders gefreut habe ich mich auf das Keltenmuseum. Schließlich ist Hallein ja ein sehr wichtige Fundstätte. Viel Geld ist in die Präsentation geflossen alles vom Feinsten.
Doch das Ergebnis hat mich trotzdem enttäuscht. Ich hätte gerne auf die Repliken aus ganz Europa verzichtet und schon gar auf die Umsetzung von zweifelhaften zeitgenössischen Berichten (von den Feinden der Kelten) .
Die Präsentation zur Salzgewinnung dagegen hat mir sehr gefallen.
Kann man sich vorstellen, dass die Arbeiter damals tatsächlich so mit 60-70 kg schweren Perkufen umgegangen sind
In die Bottiche wurde das nasse Salz hineingedrückt, das Wasser lief unten ab und diese Salzzylinder waren das Handelsgut, das über die Salzach und die Donau "in die Welt" verschickt wurden.
Das war heute wirklich ein ereignisreicher schöner Tag, zumal sich das Wetter auch wieder eingekriegt hat.
Es ist spät geworden, und Morgen und Übermorgen geht es richtig hinauf, das werden die beiden ent-scheidenden Etappen werden, - ob wir das "Meer" zu sehen kriegen?
Davon Morgen mehr!!!

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